Kooperativität in Spielerklärungen zwischen neuzugewanderten Jugendlichen und ihren deutschsprachigen Peers
Kollektive Nichtwissensbehauptungen, multimodales Demonstrieren, Identitätsarbeit und Sprachlerngelegenheiten in einem Buddy-Projekt
DOI:
https://doi.org/10.17192/ziaf.2025.5.1.8794Schlagwörter:
Nichtwissensbehauptungen, körperliche Ressourcen, Spielerklärung, Kooperation, Internationale KlasseZusammenfassung
Der vorliegende Artikel untersucht, wie neu zugewanderte Kinder und Jugendliche und ihre deutschsprachigen Peers in Erkläraktivitäten die Spannung zwischen Verständigungssicherung, Sprachlernen und Anerkennung positiver sozialer Identitäten bearbeiten. Die empirische Grundlage bilden videoethnografische Daten, die im Rahmen eines von einer Gesamtschule initiierten ‚Buddy-Projekts‘ erhoben wurden. Mit Hilfe der multimodalen Interaktionsanalyse werden vier Praktiken herauspräpariert, mittels derer die spracherfahrenen Peers das wechselseitige Verstehen unterstützen und Spracherwerbsgelegenheiten schaffen, ohne die Sprachnoviz:innen zugleich als newcomer zu kategorisieren: kollektive Nichtwissensbehauptungen, kollaboratives und multimodales Demonstrieren von Spielregeln, Schaffen von Gelegenheiten für Verstehensdemonstrationen sowie explizite Verstehensnachfragen und Codeswitching. Es wird argumentiert, dass diese Praktiken eine kooperative Rahmung der gemeinsamen Aktivität herstellen.